Wochenende auf St. Lioba vom 08. bis 10. Oktober 1999
Das dritte Wochenende auf St. lioba in diesem Jahr (1999) war wie vorherzusehen ein voller Erfolg.
Trotz dass viele ältere Minis dieses mal mit den Firmlingen auf St. Benedikt waren, konnte die Leiterrunde 35 Ministranten auf St. Lioba begrüßen.
Als erstes positives Omen zeigte sich die Tatsache, dass auch alle, die angemeldet waren, mitkommen konnten. (Pardon, wenn ich recht informiert bin, war Philipp krank. Ich denke, dass er jetzt wieder bei voller Gesundheit ist.)
Freitag
Oben auf St. Lioba begann dann auch gleich das erste Spiel: "Zimmerquartett". Nach langem hin- und hertauschen, Diskussionen über Platz und Nicht-Platz, Wünsche und Erfüllung derselben, gelang es uns, das fast unmögliche zu schaffen: Jede/r hatte ein Stück Matratze, auf das er/sie seinen/ihren Leintuch und Schlafsack legen konnte!
Natürlich war es dann Zeit für eine erste Stärkung! Doch halt, da war noch etwas: Peter erklärte all denen, die das erste Mal mit uns Ministranten auf Reisen gingen, wie wir das bisher immer organisiert hatten (z.B. Essen, Tee, Cola, Spiele, ...). Da gab es wohl einige Missverständnisse in Sachen Cola/Fanta, die aber recht schnell aus der Welt geschafft waren. Wo nun klar war, dass niemand verdursten muss, richtete die erste Küchendienstguppe schon das Abendessen.
Es stellte sich heraus, dass viele (Minis) viele (anderen Minis) nicht kannten oder die Namen nicht wussten (und immer noch nicht wissen). Daher begann der Abend nach dem Abwaschen auch mit ein/zwei Spielchen. Zu diesen kamen auch einige der Firm(lings)minis von St. Benedikt, damit man auch diese kennenlernen konnte. Es stellte sich dann auch bald heraus, dass innerhalb der Minis die Ältesten (ab 20) von den Jüngsten nicht geSIEtst werden müssen, was sich aber erst im Laufe des Wochenendes durchsetzten konnte.
Bemerkungen wie: "der alte da unten, ich glaube Markus heißt der, der hat gesagt... " oder "... ehh, tja wie heißt du noch mal?" und ähnliches war bis zum Ende immer mal wieder zu hören.
Also nach dieser Vorstellungsrunde begann dann ein wahrlich bunter Abend. Nachdem die Leiter gegen 01:00 Uhr alle in die Zimmer geschickt hatten und zu Bett gegangen waren, konnten sie hören, wie sehr wichtige Gespräche geführt wurden; wie ganze Rudel von Minis offiziell auf die Toilette mussten; wie manch einer sich bei der Rückkehr in der Zimmernummer irrte und mit einer großen Anzahl geworfener "Geschenke" wieder auf den Gang entlassen wurde; wie ausdiskutiert wurde, wer denn nun die Spielkarten habe und vieles mehr.
Nachdem diese Tätigkeiten nun dann doch so gegen 03:00 Uhr teilweise eingestellt wurden, kehrte doch tatsächlich ein bisschen Ruhe im Haus ein. Diese wurde dann aber so etwa um 05:00 Uhr durch Toilettengänge und Diskussionen um die Weckzeit beendet. Allerdings nur, bis einer der Leiter nicht mehr schlafen konnte und nichts besseres zu tun hatte, als vor den Türen der Schlafzimmer zu stehen und Aufgaben für den Tag der Abreise zu verteilen. Es gelang dann tatsächlich, bis um 07:00 Uhr wieder für etwas Ruhe zu sorgen, damit dann alle um 08:00 Uhr geweckt werden konnten.
Samstag
Nach dem ausführlichen Frühstück und einem Küchendienst, der immerhin die Teller, Tassen und das Besteck nach einer Stunde (!) gesäubert hatte, versammelten wir uns mit den Firmlingen (und somit mit den anderen zehn Minis) zum gemeinsamen Gottesdienst in der Tenne von St. Benedikt. Zu diesem Gottesdienst war extra unser Dekan Peter Schnappinger angereist. Er hielt eine sehr gute Predigt, von der wohl kaum noch einer weiß, was drin vorgekommen ist. Daher zum Inhalt: Gott lädt alle zu seinem ewigen Mahl ein (die Guten, wie die Bösen!).
Es ist kaum zu glauben, aber es kam kaum jemand auf die Idee, in der Zeit nach dem Gottesdienst zu schlafen.
Dazu blieb aber auch gar keine Zeit. In der spärlichen Freizeit musste ja auch der Bach besucht werden; das Tischfußball mit Butter betriebsbereit gehalten werden und einige Spiele sollten ja auch nicht mehr vollständig zurückkehren. Zwischendurch musste auch noch zu Mittag gegessen werden.
Nach dieser kurzen Mittagessen-Erholungspause (nicht für den Küchendienst) wurde dann zum Appell geblasen. Die Leiter hatten sich da etwas gemeines ausgedacht. Die etwas scheinheilige Frage, ob man den auch schon mal im Wald war, stellte sich als nicht berechtigt heraus. Wir standen schließlich Mitten im Wald! Doch dann kam da ein Steilhang, der nur mit Hilfe eines dicken Seiles überwunden werden konnte. Am oberen Ende stand dann auch Peter (der Omi). Dieser erklärte einem dann erst die ganze Gemeinheit dieser Aktion! Ob man wollte oder nicht, man musste mit verbunden Augen quer durch den Wald. Als einzige Hilfe gab es ein Seil, das durch Unterholz, um Bäume herum und unter einem umgestürzten Baumstamm hindurch führte.
An diesem Ende wartete dann wiederum Markus Kiwi (der älteste Mini), der die ganze Strecke überwachte. Dieser gab einem zwar das Augenlicht zurück, aber nun musste man seinen Weg suchen, und zwar mit der Nase. Später dann durfte man sich an blauen Bändern orientieren, die die Waldarbeiter zu hunderten kreuz und quer im Wald verstreut hatten. Aber auch ein Rätsel war zu finden.
Damit Sie, liebe Eltern und auch die "zurückgebliebenen Minis", auch miträtseln können, hier das erste Rätsel:
Welche Zahl fehlt in dieser Reihe: 3 ; 4 ; 7 ; 8 ; ?
Diese Zahl war auch im Wald zu finden.
Trotz der Verwirrung, die die blauen Bänder und die Zahlen angerichtet hatten, fanden alle Winfried (den Langhaarigen und Bärtigen). Dieser fragte dann, was man den so gefunden habe und was die gefundenen Zahlen bedeuten könnten.
Damit Sie, liebe Eltern, auch über dieses Rätsel nachdenken können: Es fehlt die Zahl 12.
Doch bevor die Lösung bekannt gegeben wurde, einige Vorschläge:
Es könnte sich um eine Zahlenreihe handeln: 3, 4 zwei Ziffern frei, 7, 8, zwei Ziffern frei, 11, 12 (na ja fast).
Oder folgendes: zwischen 3 (Uhr) und 4 (Uhr) Kaffee und Kuchen, zwischen 7 (Uhr) und 8 (Uhr) Abendessen und um 12 (Uhr) Nachtruhe (ziemlich gut!).
Oder drei Ministriergruppen, ... (nicht ganz vollständig) und vieles mehr.
Während des Kaffees und Kuchens kam dann doch die Auflösung und die Leiter mussten zugeben, dass das Rätsel doch sehr schwer war.
Doch nun noch mal für alle die Lösung: Es handelt sich um die wichtigsten Heiligen Zahlen! Dabei steht die 3 für die Dreifaltigkeit und somit für Gott. Die 4 für die vier Evangelisten, die vier Himmelsrichtungen, die vier Jahreszeiten und somit für die Welt. Summiert man nun die 3 und die 4 erhält man die 7. Diese steht für Gottes Wirken in der Welt, für die sieben Sakramente, die sieben Tage der Schöpfung, bei den Juden findet man den siebenarmigen Leuchter. Die 8 fällt hier ein bisschen aus der Reihe: legt man die 8 hin, erhält man das Zeichen für die Unendlichkeit. Die Unendlichkeit, das ewige Leben steht für die Vollendung der Schöpfung. Die 12 wiederum (3*4) findet sich bei den zwölf Stämmen Israels, den zwölf Aposteln.
Nachdem das Interesse Infolge der Auflösung des Rätsels dem Kuchen galt und dieser daraufhin ganz schnell verschwand, konnte die nächste Küchendienstgruppe die Fehlarbeit ihrer Vorgänger ausbügeln.
Noch bevor ein neuer langweiliger Programmpunkt angesagt werden konnte, arbeitete der Küchendienst, beschäftigten sich die anderen mit Brettspielen und Tischfußballturnieren. So brachten es die Gruppenleiter nicht übers Herz, langweiliges Programm durchzuführen.
Ob das Tischfußballturnier jemals zu Ende gespielt wurde, ist bis dato nicht bekannt.
Zum Abendessen kamen dann doch alle wieder zusammen. Nachdem es der Küchendienst nach dem Essen geschafft hatte, eine saubere Küche zu hinterlassen, verschwand doch tatsächlich ein Leiter mit der Begründung, er müsse auf St. Benedikt aushelfen. Naja.
Die Nachtwanderung, die mit großen Erwartungen verknüpft war, lies lange auf sich warten und dauerte genau 7½ Minuten. Sie wurde wegen Mangels an Gruppenleitern (2 aus 35) und schlechten Sichtbedingungen (knapp über einem ½ Meter) eingestellt.
Seltsamerweise gelang es der Leitung diesmal, die Nachtruhe ab 01:00 Uhr tatsächlich durchzusetzen. Und am nächsten Morgen um 08:00 Uhr musste man sogar wecken!
Sonntag
Der Sonntag Morgen wurde überschattet von einem klassischen Spiel: dem Spiel, das immer am Ende solcher "Events" steht.
Es nennt sich: "sauberes Haus" und konnte noch nie einen Gewinner aufweisen, bzw. es wurde noch nie ganz zu Ende gespielt.
Besonderes Lob gilt hier noch Zweien, die Getränke gekauft hatten. Obwohl sie auf der Getränkeabrechenliste vergessen worden waren, bezahlten sie die ausstehende Rechnung. Nochmals DANKE !!
Nun also genug geredet, es war ein schönes Wochenende und nächstes Jahr wird's ein schönes Sommerlager und sonst noch ... man sieht sich wieder und alles gute... .
PS: fleißigster Küchenarbeiter war Marius, vielen Dank!
Winfried Adelmann
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