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9. Jugendseelsorge / Jugendarbeit
Gruppen und Verbände
nicht verbandlich organisierte Gruppen
Ministrantengemeinschaft Hl. Dreifaltigkeit Offenburg
| Name der Gruppe |
Alter von bis |
Gruppenzahl |
Mitglieder (insgesamt) |
| Kinder |
ca. 9 - 12 |
2 Gruppenstunden 1 Fußballteam |
36 |
| Jugendliche |
12- 18 |
2 Gruppenstunden 1 Fußballteam Miniband |
31 |
| Junge Erwachsene |
18 - 29 |
Leiterrunde 1 Fußballteam |
12 |
| Erwachsene |
30 - |
Leiterrunde |
1 |
| Gesamt |
80 |
- Es gibt in der Ministrantengemeinschaft 3 Ministriergruppen, diese sind altersgemischt. Zwei ältere Ministranten leiten die Gruppen und sind z.B. für die Einteilung der Dienste verantwortlich.
- Es werden wöchentlich vier Gruppenstunden abgehalten, diese sind in ihrer Altersstruktur homogener. Zwei Gruppenstunden sind für Kinder und zwei Gruppenstunden sind für Jugendliche. Die Gruppenstunden werden von ein bis drei älteren Ministranten geleitet, wobei mindestens einer einen Gruppenleitergrundkurs absolviert haben muss. Die Leiter der Gruppenstunden und der Ministriergruppen sind in der Leiterrunde.
- In der Leiterrunde sind sowohl ältere Jugendliche als auch junge Erwachsene und Erwachsene als Team tätig. Dieses trifft sich alle 14 Tage und bei Bedarf. Ab 16 Jahren kann ein Ministrant in die Leiterrunde kommen. Er muss diesen Wunsch beim Oberministranten äußern und dieser wird dann in der Leiterrunde besprochen. Die Altersgrenze soll bewirken, dass nicht zu junge Ministranten in der Leiterrunde verheizt werden. Wer in die Leiterrunde möchte, muss einen Gruppenleitergrundkurs besuchen, um die theoretischen Grundlagen der Jugend- und Gruppenarbeit kennen zulernen z.B. rechtliche Belange.
- Das Leiterundenteam organisiert alle zwei Jahre ein 14-tägiges Sommerlager. Darüber hinaus gibt es verschiedene Ausflüge und Hüttenwochenenden.
- In der Miniband sind hauptsächlich ältere Jugendliche aber auch einige ältere Kinder. Sie spielen z.B. bei Gottesdiensten und Feiern der Gemeinde, aber auch in anderen Gemeinden. Leider ist es mit regelmäßigen Probenterminen schwierig, so dass die Zukunft der Gruppe ungewiss ist.
- Das Fußballteam trifft sich mindestens einmal in der Woche und ist für alle offen die gerne kommen wollen. Dies nutzen ältere Kinder, sowie Jugendliche und junge Erwachsene. Die verschiedenen Altersgruppen nehmen auch an diversen kleinen Turnieren teil. Eines richtet die Ministarantengemeinschaft auch selbst aus.
- Die Miniband und die Fußballteams sind auch für Nicht-Ministranten / Jugendliche aus der Pfarrei offen, z.B. den Firmlingen.
Wie werden die Gruppenleiter von den Verantwortlichen der Pfarrgemeinde (Pfarrer, pastorale Mitarbeiter, Pfarrgemeinderat) unterstützt?
- Die Ministranten arbeiten meist selbständig. Sie entwerfen ein Programm, planen eine Aktion und sprechen diese mit einem Hauptamtlichen ab. Zur Zeit gibt es aber keinen Hauptamtlichen, der im Besonderen für die Ministranten zuständig wäre.
- Wenn in der Gemeinde ein Kaplan oder Diakon ist, ist dieser als hauptamtlicher Mitarbeiter in der Leiterrunde um Jugendarbeit kennen zulernen. Da es aber zur Zeit viele ältere Ministranten gibt, arbeiten sie zur Zeit weites gehend unabhängig von hauptamtlichen Mitarbeitern. Verantwortlich für diese (Jugend-) Arbeit ist der Oberministrant in Absprache mit dem Pfarrer. Bei der Lagerplanung, der Erstellung des Ministrierplans, der Elternarbeit, der pfarreiübergreifenden Arbeit ist er der Ansprechpartner und er hält auch den Kontakt zum Pfarrer.
- Die Pfarrei ermöglicht finanziell die Gruppenleitergrundkurse und weitere Fortbildungsmaßnahmen.
- Ein- bis zweimal im Jahr kann die Leiterrunde auf ein weiteres Planungs- und/oder Besinnungswochenende fahren.
- Das Verhältnis der Leiterrunde und des Oberministranten zu Pfarrer Schnappinger ist sehr gut. Er unterstützt die Arbeit der Ministranten und nimmt sich bei Problemen auch außerhalb seiner Sprechzeiten Zeit. Er setzt großes Vertrauen in die Arbeit der Leiterrunde. Dies zeigt sich auch darin, dass die Leiter selbständig arbeiten können. Er überträgt Aufgaben auf die Leiterrunde und den Oberministranten z.B. Proben für Gottesdienste an den Feiertagen.
- Er steht auch nach außen hin hinter der Arbeit der Ministranten, z.B. gegenüber den Eltern oder dem Stiftungsrat (z.B. bei der Finanzierung eines Sommerlagers).
- In den Pfarrgemeinderat wurden drei Leiterrundenmitglieder gewählt. Die Jugendarbeit, insbesondere die Ministrantenarbeit, erfährt aber nicht nur durch diese drei Unterstützung.
- Der Pastoralreferent ist offizielle nicht für die Ministranten zuständig. Es ist aber immer möglich, bei Fragen auf ihn zuzugehen. Bei Veranstaltungen der Gemeinde werden die Ministranten auch immer wieder, von ihm und anderen, um Mithilfe gebeten, z.B. bei der Arbeit mit den Kommunionkindern und den Firmlingen, bei der Kirchendekoration und auch bei Gemeindefesten.
Welche Angebote einer (offenen) Jugendarbeit werden gemacht?
- Die Miniband und das Fußballteam sind auch für Jugendliche offen, die nicht in der Ministrantengemeinschaft aktiv sind.
- Zwei- bis dreimal im Jahr veranstaltet ein Team aus der Leiterrunde einen Kinoabend für Jugendliche aus der Pfarrei und auch für Ministranten aus dem ganzen Dekanat.
- Die Ministranten grillen jedes Jahr zum Abschluss des Kommunionweges mit den Kommunionkindern und organisieren für die Kinder Großgruppenspiele.
- Für die Ministranten aus dem Dekanat organisiert das Fußballteam zusammen mit der Leiterrunde ein MiniDekaCup.
- Die Leiterrunde tritt als Mitorganisator bei diversen anderen Veranstaltungen auf, z.B. eine Assisi Wallfahrt, Fahrt nach Taizé.
- In den Gruppenstunden gibt es die verschiedensten Aktivitäten, z.B. spielen und basteln die Gruppen zusammen, auch kleine und größere Ausflüge stehen auf dem Programm. Natürlich gehen die Gruppenstunden auch mal auf eine Hütte oder auf ein Zeltwochenende. Natürlich stehen auch kirchliche, soziale und bei den Älteren auch politische Themen auf dem Programm.
- Besonderes in den Jahren ohne Sommerlager gibt es zwei bis drei Ausflüge der ganzen Ministrantengemeinschaft, diese werden von der Leiterrunde geplant und geleitet. Es werden ehemalige Diakone oder Kapläne besucht, diverse Städte wie z.B. Freiburg oder Speyer oder auch die Hostienbäckerei in Mannheim.
- Jedes Jahr besuchen einige Ministranten die Chrisammesse und auch die Priesterweihe in Freiburg.
- Besonders erwartet wird auch jedes Jahr die Heimatprimiz und Primiz des ehemaligen Diakons, bei der die Ministranten sich verschiedentlich engagieren.
- In den Jahren ohne Sommerlager gibt es zwei Wochenenden in den Häusern der Pfarrei. Die Wochenenden, wie auch das Lager sind sehr beliebt. Es ist für viele Kinder ein besonderes Erlebnis. Viele übernachten auch zum ersten Mal nicht zuhause. Es ist vieles neu für die Kinder. Oft sind sie es nicht gewohnt, ihren eigenen Dreck wegzuräumen oder mit dem Essen auf alle zu warten.
- Alle zwei Jahre veranstalten die Ministranten ein 14-tägiges Sommerlager z.B. auf Ameland. Die Leiterrunde plant das Lager selbständig, von der Buchung des Hauses, über die Finanzen, die Fahrt, das Programm (sowohl Freizeitaktivitäten als auch pastorale Themen) und auch das Kochen für die Gruppe. Die Leitung des Lagers liegt ganz in der Hand der Leiterrunde.
Natürlich stehen die Ministranten allen Jugendlichen aus der Pfarrei offen.
Skizzieren sie bitte die Tendenzen in der Jugendarbeit ihrer Gemeinde
Es wird vor allem bei den jüngeren Ministranten schwieriger, sie bei der Stange zu halten. Regelmäßiges Ministrieren, welches einen Hauptteil des Ministrant-Seins ausmacht, ist für viele keine Selbstverständlichkeit mehr und wird von den Eltern auch nicht immer unterstützt. Viele kommen in die Ministranten und sehen diese, wie z.B. Handball, als reines Freizeitvergnügen an. Ich gehe zu den Minis, weil meine Freundin auch geht.
Viele Kinder haben mittags so viel zu tun, dass es für sie nicht möglich ist, zu den Gruppenstunden zu gehen. So verlieren sie den Kontakt zu den anderen.
Es wird nötig, immer mehr Aktivitäten außerhalb des Ministrierens anzubieten, um für die Kinder das Ministrant-Sein attraktiver zu machen.
Abzusehen ist, dass viele der älteren Ministranten in der näheren Zukunft nicht mehr so aktiv teilnehmen können. Aber die Jüngeren übernehmen immer mehr Aufgaben, so dass die Arbeit kompetent weiter geführt wird.
Wünschenswert wäre, dass die jetzige Altersstruktur nicht auseinander bricht. In vielen Gemeinden ist zu beobachten, dass viele mit 17/18 Jahren aus den Ministranten weggehen und die Jüngeren mit der Leitung oft überfordert sind.
Dabei ist es wichtig, dass sich in der Leiterrunde viele Freundschaften entwickelt haben. Diese Gruppe stützt sich gegenseitig.
Ziele der Ministrantenarbeit
- siehe: Orientierungsrahmen zur Ministrantinnen- und Ministrantenarbeit in der Erzdiözese Freiburg Referat für Ministrantenarbeit im Erzbischöflichen Jugendamt Brenn-Punkte 14.
- Des weiteren ist es den Ministranten wichtig, dass sie offen sind für alle. Auch für Menschen die z.B. behindert sind.
- Die Kinder und Jugendlichen sollen Werte erfahren und selbst weiter geben, z.B. indem sie sich auch entscheiden Gruppenleiter zu werden. Oft ist es schwierig, neue Gruppenleiter zu finden. Die Leiterrunde will Jugendliche für diese Arbeit begeistern. Dies versuchen sie auch in ihrer Arbeit in der Firmpastorale.
Welchen positiven Erfahrungen machen Sie und wo sehen Sie Schwierigkeiten?
Es ist erfreulich, dass sich die Anzahl der Ministranten in den letzten Jahren um ca. 25% vergrößert hat. Es ist schön, dass ungefähr seit 15 Jahren die Hälfte der Ministranten Mädchen sind.
In der Leiterrunde haben die Jugendlichen die Möglichkeit, sich auszuprobieren und ihre Talente und Fähigkeiten kennen zulernen und auszubauen. Bei der Planung der Gruppenstunden, anderen Aktivitäten und gerade zur Zeit bei der Planung des Sommerlagers 2002 bringen sich viele mit ihrem Können und Begeisterung ein.
Sie erfahren dabei auch große Unterstützung durch die Gemeinde und die Hauptamtlichen. Insbesondere auch durch die älteren Ministranten und den Oberministranten.
Viele, die in der Ministrantenarbeit unserer Gemeinde tätig sind und/oder waren, engagieren sich auch in weiteren Bereichen der Gemeinde.
Es kommen jedes Jahr ca. 15 Ministranten dazu, leider bleiben nicht alle und treten aus den verschiedensten Gründen wieder aus. Mit Ein- und Austritten hat sich die Zahl der Ministranten auf etwas 75 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eingependelt.
Viele Eltern halten es für eine gute Entscheidung, dass ihre Kinder in die Ministranten gegangen sind. Die Kinder finden in den Ministranten oft ihre Freunde, können sich in einer neuen Umgebung entwickeln. Sie lernen christliche Wertvorstellungen kennen und können eigene Ideen verwirklichen. Sie sehen bei den älteren Ministranten, dass diese vieles in die Hand nehmen, und können langsam auch in die Leitung der Ministranten hineinwachsen und mehr Aufgaben übernehmen. Viele entdecken Talente, die man nicht vermutet hätte. In der Gruppe ist soziales Lernen möglich und die Kinder erfahren für ihr Tun Wertschätzung und positive Rückmeldung. Aber sie erfahren auch Grenzen, die sie einhalten lernen müssen, um in der Gruppe akzeptiert zu werden. Dies wirkt sich bei vielen Kindern positiv aus, wie die Leiterrunde durch Rückmeldungen von Eltern erfahren hat.
Vor einigen Jahren hat ein spastisch behindertes Kommunionkind den Wunsch geäußert in die Ministranten zu gehen. Die Leiterrunde hat dies besprochen und sich dazu entschlossen es zu versuchen. Seither gehört er zu den Ministranten und ist akzeptiert. Er geht mit auf Ausflüge, Wochenenden und Sommerlager. Dabei ist es selbstverständlich, dass eine Bezugperson aus der Leiterrunde die rund um die Uhr Betreuung hauptsächlich übernimmt. Dabei helfen alle nach ihren Möglichkeiten mit.
Nach anfänglicher Skepsis hat ihn auch die Gemeinde voll akzeptiert und unterstützt die Ministranten in der Arbeit und geben positive Rückmeldungen.
Es ist uns bewusst, dass die Ministranten viele Kinder und ihre Eltern nicht ansprechen. Die wenigsten Kinder bei den Ministranten besuchen die Hauptschule, nur wenige die Realschule. Diese Kinder haben relativ wenig Bezug zur Kirche/Gemeinde.
Probleme gibt es auf der Dekanatsebene, da das Jugendbüro das MiniDekaTeam, in dem wir mit drei Ministranten aus der Leiterrunde vertreten sind, nicht immer in seiner Arbeit unterstützt. Das Team besteht aus gewählten Vertretern aus verschiedenen Pfarreien des Dekanats. Die Jugendlichen im Team bräuchten bei der Planung der verschiedenen Unternehmungen mehr Unterstützung. Oft passiert es, dass sie mit der Planung überfordert sind. Dann findet die Veranstaltung nicht statt, oder eine Pfarrei findet sich, die die Verantwortung übernimmt und das Team bei seiner Planung und Arbeit unterstützt.
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